Eddie the Eagle: Alles ist möglich

Ab dem 31.03.2016 im Kino

Jeder, der dem den Sport Skispringen liebt, kennt ihn: Michael Edwards, besser bekannt als ‚Eddie the Eagle‘. Er war der erste Skispringer, der Großbritannien bei den Olympischen Winterspielen vertrat. Durch eine Lücke im Regelwerk gelang es ihm im Jahr 1987 mit 73,5 Metern den britischen Rekord im Skispringen zu setzen, wodurch er an den Olympischen Winterspielen teilnehmen durfte. Auch, wenn er dort in allen Wettbewerben den letzten Platz belegte, wurde Eddie zum Star und zur Personifikation des Olympischen Gedankens.

In dieser Verfilmung seines Lebens begleitet der Zuschauer Edwards, verkörpert von Taron Egerton, von seiner Kindheit bis zu seiner Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 1988. Der Film pflegt einen eher albernen Stil, welcher besonders in den Szenen mit Eddies Trainer Bronson Peary, gespielt von Hugh Jackman zutage tritt. An einigen Stellen funktioniert der Humor, zum Beispiel als Peary, Zigarre rauchend und in Arbeitskleidung, einen Skisprung wagt und die Zigarre, als er sich in der Luft befindet, lässig grinsend zur Seite schnipst. An vielen anderen Stellen hingegen zünden die Witze nicht. Bronson Pearys Erklärungen in Bezug auf das Skispringen, die er mit sexuellen Metaphern verdeutlicht, wirken so zum Beispiel einfach peinlich. Insgesamt weiß der Film jedoch auf oberflächliche Art und Weise für 106 Minuten zu unterhalten, auch wenn man vergeblich nach etwas Erinnerungswürdigem Ausschau hält. Doch das zentrale Problem, das den Film plagt, ist ein anderes: Die Aussage, die der Film treffen will, passt nicht mit dem zusammen, was er zeigt.

Michael Edwards soll als ernsthafter Sportler, der zwar nicht zu den besten gehört, aber stets sein Bestes gibt, wahrgenommen werden, nicht als Witzfigur. Dies macht dieser selber in einer Szene deutlich, in welcher der Film sich sichtlich um Emotionalität bemüht. Dass die Filmemacher ebenfalls diese Position beziehen wird zwar deutlich, dennoch wird man beim Schauen das Gefühl nicht los, an vielen Stellen über Eddie und nicht mit ihm zu lachen. Man nimmt ihn als Hanswurst, nicht als Athleten wahr. So verlässt man am Ende, nach zwei Stunden milder Unterhaltung, das Kino mit einem bitteren Nachgeschmack.

 

 

Bild: Szenenbild aus „Eddie the Eagle: Alles ist möglich“ © 2015 Twentieth Century Fox

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